Trans­pa­renz

Al­ters­ent­schä­di­gung von Ab­ge­ord­ne­ten des Baye­ri­schen Landtags

Die Al­ters­ent­schä­di­gung ist vor al­lem an zwei Fak­to­ren ge­bun­den: Zum ei­nen an ei­ne Al­ters­gren­ze, ab der der/die ehe­ma­li­ge MdL Al­ters­be­zü­ge er­hält und zum an­de­ren an die Jah­re, die er oder sie dem Baye­ri­schen Land­tag an­ge­hört hat.
Die dies­be­züg­li­chen Leis­tun­gen wer­den haupt­säch­lich im 2. Ab­schnitt des Bay­AbgG “Leis­tun­gen nach Aus­schei­den aus dem Baye­ri­schen Land­tag” ge­re­gelt: Art. 12 re­gelt, dass ei­ne Al­ters­ent­schä­di­gung aus­ge­zahlt wird, so­bald der/die ehe­ma­li­ge Ab­ge­ord­ne­te das 67. Le­bens­jahr voll­endet und dem Baye­ri­schen Land­tag zu­min­dest zehn Jah­re an­ge­hört hat (Satz 1). Für ehe­ma­li­ge MdLs, die vor dem 01.01.1947 ge­bo­ren sind, gilt die Al­ters­gren­ze be­reits ab der Voll­endung des 65. Le­bens­jah­res. Bis zum Ge­burts­jahr 1963 wird die­se Gren­ze schritt­wei­se auf die all­ge­mein gül­ti­ge Gren­ze des voll­ende­ten 67. Le­bens­jahrs an­ge­ho­ben (Satz 2). Bei Un­ter­bre­chun­gen der Land­tags­zu­ge­hö­rig­keit sind die je­wei­li­gen Pe­ri­oden zusammenzurechnen.

Mit je­dem über das zehn­te Jahr hin­aus­ge­hen­den Jahr bis zum 20. Jahr der Mit­glied­schaft im Baye­ri­schen Land­tag ent­steht der An­spruch auf Al­ters­ent­schä­di­gung ein hal­bes Le­bens­jahr frü­her.” (Satz 3). Für ei­nen nach 1964 ge­bo­re­nen Ab­ge­ord­ne­ten wie mich al­so frü­hes­tens ab dem voll­ende­ten 62. Le­bens­jahr. Jah­re, die das ehe­ma­li­ge Mit­glied des Baye­ri­schen Land­tags im Deut­schen Bun­des­tag, im Eu­ro­pa­par­la­ment oder in ei­nem an­de­ren Lan­des­par­la­ment man­da­tiert war, kön­nen auf An­trag an­ge­rech­net wer­den (Ar­ti­kel 14 BayAbgG).

Die Hö­he der Al­ters­ent­schä­di­gung re­gelt Art. 13 Bay­AbG. Dort wird die Hö­he der Al­ters­ent­schä­di­gung auf 33,5% der Man­dats­ent­schä­di­gung, al­so zur Zeit ca. ein Drit­tel der oben an­ge­führ­ten 8.657 Eu­ro, fest­ge­setzt. Auch hier steigt der An­teil je­doch mit je­dem wei­te­ren Jahr, in wel­chem der*die Ab­ge­ord­ne­te ein Land­tags­man­dat aus­ge­übt hat. Bis zum 20. Jahr des Man­dats, al­so vier vol­len Wahl­pe­ri­oden, steigt der An­teil um wei­te­re 3,825 Pro­zent­punk­te pro Jahr an; be­trägt al­so folg­lich nach 20 Jah­ren Mit­glied­schaft 71,75 % der Mandatsentschädigung.

Die Hö­he der Al­ters­ent­schä­di­gung reicht al­so nach heu­ti­gem Stand (2020/2021) je nach Dau­er der Mit­glied­schaft von 2.900 bis 6.211 Eu­ro und setzt je nach Al­ter und Dau­er der Zu­ge­hö­rig­keit mit Voll­endung des 60. bis 67. Le­bens­jahrs ein.

In mei­nem Fall müss­te ich dem Baye­ri­schen Land­tag al­so noch wei­te­re zwei vol­le Wahl­pe­ri­oden an­ge­hö­ren, um ab Voll­endung mei­nes 62. Le­bens­jahrs den Höchst­satz der Al­ters­ent­schä­di­gung zu er­hal­ten. Den Min­dest­satz wer­de ich mit Voll­endung der ak­tu­el­len Wahl­pe­ri­ode er­rei­chen, al­ler­dings kann ich die­sen erst mit Voll­endung des 67. Le­bens­jah­res in An­spruch nehmen.

Wei­te­re Leis­tun­gen nach Aus­schei­den aus dem Baye­ri­schen Landtag

Das Bay­AbgG zählt noch ei­ni­ge wei­te­re Leis­tun­gen auf. Ich ge­he le­dig­lich auf die Punk­te ein, die für mich re­le­vant wer­den könnten:

Über­gangs­geld

Dies wird mo­nat­lich nach Art. 11 Bay­AbgG in Hö­he der je­weils gül­ti­gen Ent­schä­di­gung nach Art. 5 Bay­AbgG, al­so mo­men­tan 8.657 Eu­ro, aus­ge­zahlt, so­fern ein*e MdL zu­min­dest ein Jahr dem Gre­mi­um an­ge­hört hat. Es wird für je­des Jahr (bei mehr als ei­nem hal­ben Jahr wird auf­ge­run­det) der Mit­glied­schaft ei­nen Mo­nat lang, ma­xi­mal je­doch 18 Mo­na­te lang, geleistet.

Ab dem zwei­ten Mo­nat wer­den nach dem Aus­schei­den aus dem Baye­ri­schen Land­tag na­he­zu al­le Ar­ten von Er­werbs­ein­kom­men (au­ßer ein­kom­mens­steu­er­freie Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen) und Ver­sor­gungs­be­zü­ge an­ge­rech­net. Soll­te das Mit­glied bin­nen der Zeit, in der das Über­gangs­geld aus­ge­zahlt wird, wie­der in den Baye­ri­schen Land­tag ein­zie­hen, ru­hen die­se Be­zü­ge. Ggf. sind auch ent­spre­chen­de Rück­erstat­tun­gen zu leis­ten, falls das Über­gangs­geld in ei­ner Sum­me aus­be­zahlt wurde.

Ver­sor­gungs­ab­fin­dung

Für al­le Mit­glie­der des Baye­ri­schen Land­tags, die kei­ne nach obi­gem Mus­ter er­rech­ne­te Al­ters­ent­schä­di­gung er­wor­ben ha­ben, al­so in der Re­gel nicht min­des­tens 10 Jah­re Mit­glied des Gre­mi­ums wa­ren, setzt Art. 16 Bay­AbgG ein. Die­ser be­han­delt die sog. “Ver­sor­gungs­ab­fin­dung”. Da­hin­ter ver­birgt sich ei­ne Ab­fin­dungs­zah­lung in Hö­he des ma­xi­mal gel­ten­den Höchst­bei­trags (+ 20 %) zur all­ge­mei­nen Ren­ten­ver­si­che­rung. Sie wird für je­den an­ge­fan­ge­nen Mo­nat der Mit­glied­schaft im Baye­ri­schen Land­tag zu dem für den je­wei­li­gen Mo­nat gül­ti­gen Höchst­be­trag, je­doch nur auf An­trag, ge­währt. Im Fall ei­nes Wie­der­ein­tritts in den Baye­ri­schen Land­tag be­gin­nen die Fris­ten für ei­ne Al­ters­ent­schä­di­gung von neu­em an zu lau­fen, falls ein sol­cher An­trag ge­neh­migt wur­de. Die bis­her im Land­tag ver­brach­te Zeit ist al­so durch die In­an­spruch­nah­me der Ver­sor­gungs­ab­fin­dung abgegolten.

Wei­te­re Leis­tun­gen in Zu­sam­men­hang mit mei­nem Landtagsmandat

Für die Be­zah­lung mei­ner Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter steht mir im Jahr 2021 ein Jah­res­bud­get von 141.129,54 Eu­ro zur Ver­fü­gung. Da­von müs­sen die ge­sam­ten Brut­to­löh­ne (Ar­beit­ge­ber Brut­to) be­zahlt wer­den. Die Aus­be­zah­lung der Löh­ne er­folgt über das Land­tagsamt. Hier geht es zu den Richt­li­ni­en.

Der Be­trag wird laut Art. 8 Abs. 1 Bay­AbgG im Haus­halts­ge­setz ge­re­gelt, und ist ak­tu­ell im Dop­pel­haus­halt 2019/2020, dort im Ein­zel­plan 01 Ti­tel 411 03–6 auf Sei­te 9 zu finden:

Die Er­stat­tungs­höchst­be­trä­ge ori­en­tie­ren sich an der Be­schäf­ti­gung ei­ner Voll­zeit­kraft in An­leh­nung an die Ent­gelt­grup­pe 6 TV‑L so­wie ei­ner Voll­zeit­kraft in An­leh­nung an die Ent­gelt­grup­pe 13 TV‑L, je­weils letz­te Ent­wick­lungs­stu­fe, ein­schließ­lich Jah­res­son­der­zah­lung. Die Be­trä­ge ent­hal­ten die Ar­beit­ge­ber­an­tei­le zur So­zi­al­ver­si­che­rung (Bei­trags­satz der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung) so­wie den Bei­trag zur ge­setz­li­chen Un­fall­ver­si­che­rung und wer­den der Ein­kom­mens­ent­wick­lung im öf­fent­li­chen Dienst (Ta­rif­ab­schlüs­se zum TV‑L) und Bei­trags­satz­än­de­run­gen in der So­zi­al­ver­si­che­rung ein­schließ­lich der Un­fall­ver­si­che­rung durch das Land­tagsamt angepasst.”

Ich blei­be Ar­beit­ge­be­rin mei­ner Mitarbeiter*innen, das Land­tagsamt über­nimmt ge­mäß Art. 8 Abs. 1 Satz 4 Bay­AbgG ei­gen­stän­dig die Ab­rech­nung der Ge­häl­ter und an­de­ren Auf­wen­dun­gen für Mitarbeiter*innen so­wie ent­spre­chen­der Dienst- und Werkverträge.

Zur Un­ter­stüt­zung mei­ner par­la­men­ta­ri­schen Ar­beit wer­den die ge­nann­ten Be­trä­ge aus­ge­ge­ben für:

  • mei­ne Mitarbeiter*innen. In mei­nem Team ar­bei­ten im An­ge­stell­ten­ver­hält­nis drei Per­so­nen zwi­schen 14 und 28 Wo­chen­stun­den (Stand 2021).
  • Dienst- und Werk­ver­trä­ge, z.B. für Re­cher­che­ar­bei­ten, ju­ris­ti­sche Zu­ar­bei­ten, Öffentlichkeitsarbeit.
  • Praktikant*innen (max. ei­ne Per­son zeitgleich)
  • Be­rufs­ge­nos­sen­schaft

Zu kei­nem Zeit­punkt hat­te oder ha­be ich Ver­wand­te ers­ten, zwei­ten, drit­ten oder vier­ten Gra­des beschäftigt.

IUK Aus­stat­tung

Für Auf­wen­dun­gen be­züg­lich man­dats­be­ding­ter In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ein­rich­tun­gen (An­schaf­fung von PCs, Fax­ge­rä­ten, Smart­pho­ne, Scan­ner auch Re­pa­ra­tu­ren und In­stal­la­tio­nen von In­ter­net­lei­tun­gen) nach Art. 6 Abs. 4 Bay­AbgG ste­hen jeder*m Ab­ge­ord­ne­ten bis zu 12.500 Eu­ro pro Wahl­pe­ri­ode zu. Dies wür­de ei­nem jähr­li­chen Bud­get von bis zu 2.500 Eu­ro ent­spre­chen, wo­bei ein Ei­gen­an­teil von 15% zu leis­ten ist. Die Gel­der kön­nen bis zum an­ge­ge­be­nen Li­mit durch Nach­weis ab­ge­ru­fen werden.

Die An­schaf­fun­gen wer­den zu mei­nem Ei­gen­tum, je­doch müss­te ich bei Ver­äu­ße­rung dem Land­tagsamt bin­nen drei (seit 08.04.2014, vor­her vier) Jah­ren den ent­spre­chen­den Zeit­wert (re­du­ziert sich um 25% pro Jahr) oder den ggf. hö­he­ren Ver­kaufs­er­lös erstatten.

Wei­ter­hin ha­ben al­le Ab­ge­ord­ne­te des Baye­ri­schen Land­tags nach Art. 6 (5) Bay­AbgG „das Recht zur frei­en Fahrt auf al­len staat­li­chen Ver­kehrs­ein­rich­tun­gen in Bay­ern und dem Stre­cken­netz der Deut­schen Bahn AG in Bay­ern“ und er­hal­ten ge­mäß Art. 6 (3) Bay­AbgG ei­ne „MVG-Land­tags­Card“, die zur frei­en Nut­zung des Münch­ner Ver­kehrs­ver­bunds berechtigt.

Ne­ben­tä­tig­kei­ten

Aus forst­wirt­schaft­li­chem Ne­ben­er­werbs­be­trieb er­zie­le ich un­re­gel­mä­ßi­ge Einnahmen.

Spen­den

An BÜND­NIS 90 / DIE GRÜ­NEN spen­de ich je­des Jahr et­wa 14.000 Euro.

Ver­mie­tung und Verpachtung

Aus Ver­mie­tung er­zie­le ich ein zu ver­steu­ern­des Ein­kom­men von ca. 5.000 Eu­ro im Jahr.