Trans­ge­schlecht­li­che Men­schen in Bay­ern sicht­bar machen.

Ge­schich­te: Er­ken­nen — Auf­ar­bei­ten — Diskutieren.

An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­ar­beit be­ginnt nicht erst in der Ge­gen­wart! An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­ar­beit braucht die sys­te­ma­ti­sche Auf­ar­bei­tung der Ver­gan­gen­heit. Mit ei­nem fun­dier­ten und sys­te­ma­ti­schen Ver­ständ­nis der Ver­gan­gen­heit wer­den ge­sell­schaft­li­che Si­tua­tio­nen der Ge­gen­wart er­klär­bar. Gleich­zei­tig kann ein Blick in die Ge­schich­te für die so wich­ti­gen Rol­len­vor­bil­der für trans* Men­schen im Heu­te sorgen.

Trans­ge­schlecht­li­ches Le­ben wur­de jahr­hun­der­te­lang kri­mi­na­li­siert, pa­tho­lo­gi­siert und stig­ma­ti­siert. Auch in den 2020er Jah­ren er­fah­ren nicht-cis­ge­schlecht­li­che Men­schen im­mer noch Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund ih­rer ge­schlecht­li­chen Zu­ge­hö­rig­keit. Die ak­tu­el­le Stu­die Quee­res Le­ben in Bay­ern hat bei­spiels­wei­se ge­zeigt, dass trans* Men­schen in Bay­ern in der Grup­pe der quee­ren Be­frag­ten ins­ge­samt am häu­figs­ten Dis­kri­mi­nie­rung er­fah­ren (Wagner/Oldemeier 20202).

Um für al­le Men­schen, un­ab­hän­gig von ih­rer ge­schlecht­li­chen Zu­ge­hö­rig­keit, dis­kri­mi­nie­rungs­freie so­wie men­schen­rechts­kon­for­me Be­din­gun­gen zu ge­währ­leis­ten be­darf es da­her ei­ner an­ge­mes­se­nen und sys­te­ma­ti­schen Do­ku­men­ta­ti­on der Ver­gan­gen­heit. Über die Le­bens­rea­li­tä­ten trans­ge­schlecht­li­cher Men­schen in Bay­ern wäh­rend der Wei­ma­rer Re­pu­blik so­wie de­ren Ver­fol­gung im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus exis­tie­ren bis­her kaum ent­spre­chen­de wis­sen­schaft­li­che Do­ku­men­ta­tio­nen. Aus die­sem Grund hat die queer­po­li­ti­sche Spre­che­rin der baye­ri­schen Land­tags­frak­ti­on der Grü­nen, Tes­sa Gan­se­rer ei­nen An­trag (BUENDNIS90-DIEGRUENEN_AntragID_80917_29-01–2021_TransHistoryBavaria_Nr_4) zur Er­for­schung trans­ge­schlecht­li­chen Le­bens in Bay­ern gestellt.

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