Foto: Grüne Fraktion Bayern cc by.nd

Quee­re Ge­flüch­te­te schützen

Tes­sa Gan­se­rer und Gül­se­ren Demi­rel for­dern bes­se­re Be­ra­tungs­in­fra­struk­tur und mehr Schutz­räu­me für vul­nerable Personen

Pres­se­mit­tei­lung vom 23.07.2020

Quee­re Ge­flüch­te­te wer­den in Bay­ern mit ih­ren Pro­ble­men wei­ter­hin weit­ge­hend al­lein ge­las­sen. Laut Ant­wort der schwarz-oran­gen Staats­re­gie­rung auf ei­ne An­fra­ge der Land­tags-Grü­nen (An­hang), gibt es nach wie vor kei­ne ver­netz­te Be­ra­tungs­struk­tur in den Un­ter­künf­ten und kein flä­chen­de­cken­des Kon­zept für den Schutz vul­nerabler Per­so­nen un­ter den Geflüchteten.

Nach den queer­po­li­ti­schen Er­fol­gen von vor zwei Wo­chen im Land­tag muss jetzt auch die Si­tua­ti­on der quee­ren Ge­flüch­te­ten in den Fo­kus ge­nom­men wer­den“, mahnt die queer­po­li­ti­sche Spre­che­rin Tes­sa Gan­se­rer auch un­ter Ver­weis auf ei­nen mehr­heit­lich an­ge­nom­men An­trag der de­mo­kra­ti­schen Op­po­si­ti­ons­frak­tio­nen zur Ver­bes­se­rung der Be­ra­tungs­in­fra­struk­tur. „Das muss jetzt auch quee­ren Ge­flüch­te­ten zu­gu­te­kom­men.“ Kon­kret for­dert ih­re Frak­ti­on in ei­nem ak­tu­el­len An­trag sechs Maß­nah­men, um die spe­zi­fi­schen pro­blem­la­gen von LGBTIQ*-Geflüchteten zu lö­sen. Da­bei geht es bei­spiels­wei­se um den Aus­bau ge­schütz­ter Ge­mein­schafts­un­ter­künf­te auch au­ßer­halb der gro­ßen Zen­tren Mün­chen, Nürn­berg und Würz­burg und ei­ne frei­staat­li­che Un­ter­stüt­zung für Kom­mu­nen bei der Schaf­fung ge­eig­ne­ter Unterbringungsmöglichkeiten.

Dar­über hin­aus for­dern die Land­tags-Grü­nen mehr Tem­po bei der Um­ver­tei­lung quee­rer Ge­flüch­te­ter in ge­schütz­te Be­rei­che. Die asyl­po­li­ti­sche Spre­che­rin Gül­se­ren Demi­rel kri­ti­siert die feh­len­de Über­sicht der schwarz-oran­gen Staats­re­gie­rung über ak­tu­ell ge­stell­te Um­ver­tei­lungs­an­trä­ge von quee­ren Ge­flüch­te­ten und ver­weist auf ei­ne kürz­li­che Pe­ti­ti­on zahl­rei­cher Or­ga­ni­sa­tio­nen und rund 3.000 Un­ter­stüt­ze­rin­nen und Un­ter­stüt­zer, die von der Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on für er­le­digt er­klärt wur­de. „Die Rea­li­tät zeigt, dass die Um­ver­tei­lung nicht schnell ge­nug geht und es kei­ne bay­ern­wei­ten ge­schütz­ten Un­ter­künf­te gibt. Die Staats­re­gie­rung darf sich nicht aus der Ver­ant­wor­tung zie­hen und auf die Kom­mu­nen hin­wei­sen. Es muss jetzt ge­han­delt wer­den und die quee­ren Ge­flüch­te­ten müs­sen ge­schützt wer­den“, so Gül­se­ren Demirel.

An­trag “Quee­re Ge­flüch­te­te schüt­zen!” vom 8.7.2020

Ant­wort auf Schrift­li­che An­fra­ge der Ab­ge­ord­ne­ten Gül­se­ren Demi­rel und Tes­sa Gan­se­rer vom 08.05.2020 be­tref­fend Si­tua­ti­on von ge­flüch­te­ten LGBTIQ*-Menschen

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