Foto: Grüne Fraktion Bayern cc by.nd

Quee­re Flücht­lin­ge nicht al­lei­ne las­sen

LGBTIQ*-Geflüchtete als vul­nera­ble Grup­pe an­er­ken­nen – ge­schütz­te Ein­rich­tun­gen in Kom­mu­nen be­reit­stel­len – Um­ver­le­gung bei Be­dro­hungs­si­tua­ti­on

Mün­chen (19.7.19/lmo). „Bei der Söder-Re­gie­rung be­steht kei­ner­lei Be­wusst­sein für die Schwie­rig­kei­ten und Pro­ble­me ge­flüch­te­ter LGBTIQ*-Menschen in Bay­ern“, liest die queer­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Land­tags-Grü­nen, Tes­sa Gan­se­rer, aus der Ant­wort des CSU-In­nen­mi­nis­te­ri­ums auf die grü­ne An­fra­ge zur Si­tua­ti­on quee­rer Flücht­lin­ge in baye­ri­schen Asyl­be­wer­ber­un­ter­künf­ten und AN­KER-Zen­tren (An­hang). „Über­grif­fe stop­pen? Maß­nah­men er­grei­fen? Fehl­an­zei­ge. Das ent­täuscht mich tief und darf so auf gar kei­nen Fall wei­ter­ge­hen.“

Das zeigt ein ak­tu­el­ler Fall von ge­flüch­te­ten LGBTIQ*-Menschen in der AN­KER-De­pen­dance Fürs­ten­feld­bruck. Hier wur­den zwei homo‑, bzw. trans*sexuelle Ge­flüch­te­te be­droht und an­ge­grif­fen, konn­ten aber durch die In­ter­ven­ti­on der Land­tags-Grü­nen aus der Un­ter­kunft her­aus­ge­holt wer­den.

Es kann nicht sein, dass quee­re Men­schen we­gen ih­rer ge­schlecht­li­chen Iden­ti­tät flie­hen müs­sen und dann hier in ih­rer Zu­flucht Bay­ern wei­ter­hin trotz ent­spre­chen­der Ge­set­ze nicht vor Dis­kri­mi­nie­rung und Ge­walt ge­schützt wer­den kön­nen“, er­klärt die Spre­che­rin für Asyl, In­te­gra­ti­on und Flucht, Gül­se­ren Demi­rel. „Die AN­KER-Ein­rich­tun­gen sind Or­te der Hoff­nungs­lo­sig­keit und des Schre­ckens für quee­re Ge­flüch­te­te. Hier braucht es ef­fek­ti­ven Dis­kri­mi­nie­rungs­schutz.“

Die Land­tags-Grü­nen for­dern, die EU-Auf­nah­me­richt­li­nie für be­son­ders schutz­be­dürf­ti­ge Per­so­nen an­zu­wen­den und LGBTIQ*-Geflüchtete als vul­nera­ble Grup­pe, die ei­nem be­son­de­ren Schutz be­darf, an­zu­er­ken­nen. Da­zu braucht es ei­ge­ne, ge­schütz­te, zen­tra­le oder de­zen­tra­le Un­ter­künf­te für LGBTIQ*-Geflüchtete – in Bay­ern gibt es bis­her nur zwei Kom­mu­nen mit ge­schütz­ten Ein­rich­tun­gen. Da­mit wer­den quee­re Flücht­lin­ge ge­schützt und der Kon­takt zu zi­vil­ge­sell­schaft­li­chen Ein­rich­tun­gen der quee­ren Com­mu­ni­ty ist ge­währ­leis­tet. Bei Be­dro­hungs­si­tua­tio­nen muss zu­dem um­ge­hend ei­ne Um­ver­le­gung er­fol­gen.

Ant­wort auf schrift­li­che An­fra­ge “LG­BT­QI* in Asyl­un­ter­künf­te

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