Einladung Webinar Situation intergeschlechtliche Menschen Bayern

On­line: Si­tua­ti­on in­ter­ge­schlecht­li­cher Men­schen in Bayern

Bei in­ter­ge­schlecht­li­chen Men­schen ent­spre­chen die kör­per­li­chen Ge­schlechts­merk­ma­le‘ nicht den me­di­zi­nisch in­sti­tu­tio­na­li­sier­ten, aus­schließ­lich männ­lich oder weib­lich de­fi­nier­ten ge­schlecht­li­chen Er­schei­nungs­for­men. Die­se als ge­schlecht­lich un­ein­deu­tig be­zeich­ne­ten Merk­ma­le wer­den bei Säug­lin­gen und klei­nen Kin­dern häu­fig durch Ope­ra­tio­nen an me­di­zi­ni­sche Nor­men an­ge­passt. In ei­ner Fol­low-up Stu­die u.a. von der So­zio­lo­gin Dr. Ul­ri­ke Klöp­pel wur­de fest­ge­stellt, dass in den letz­ten Jah­ren bun­des­weit jähr­lich fast 2.000 Ope­ra­tio­nen an bis 10Jährigen Kin­dern durch­ge­führt wur­de. Ein Ant­wort auf ei­ne An­fra­ge zum Ple­num von Ok­to­ber 2020 von Tes­sa Gan­se­rer er­gab da­bei, dass ge­ra­de in Bay­ern die Zahl der durch­ge­führ­ten Ope­ra­tio­nen sehr hoch ist. Die Zah­len deu­ten so­gar auf ei­ne stark stei­gen­de Zu­nah­me in den letz­ten Jah­ren hin.

Im Bun­des­tag steht ein Ge­setz zum Ope­ra­ti­ons­ver­bot bei Kin­dern mit so­ge­nann­ten Va­ri­an­ten der Ge­schlechts­ent­wick­lung kurz vor der Ver­ab­schie­dung. Auch wenn von ei­ni­gen Ver­bän­den um­fas­sen­de Kri­tik dar­an ge­übt wur­de, weil der Ent­wurf ei­ne Be­gren­zung auf die Dia­gno­se Va­ri­an­te der Ge­schlechts­ent­wick­lung vor­sieht, an­statt al­le ge­ni­tal­ver­än­dern­den Ein­grif­fe oh­ne me­di­zi­ni­sche In­di­ka­ti­on zu ver­bie­ten, ist das ge­setz­li­che Ope­ra­ti­ons­ver­bot schon lan­ge überfällig.

Doch auch dar­über hin­aus sind wei­te­re Maß­nah­men not­wen­dig. Um den Nor­ma­li­sie­rungs­druck für be­tref­fen­de jun­ge Men­schen zu re­du­zie­ren und sie dar­in zu un­ter­stüt­zen, ih­re In­ter­ge­schlecht­lich­keit un­ein­ge­schränkt ak­zep­tie­ren zu kön­nen, sind flan­kie­rend zu die­sem Ge­setz auf Bun­des- so­wie Län­der­ebe­ne die Be­mü­hun­gen ei­ner ge­samt­ge­sell­schaft­li­chen Auf­klä­rung  – ins­be­son­de­re auch die Auf­klä­rung in Ki­tas und Schu­len – zu intensivieren.

Die Si­tua­ti­on von in­ter­ge­schlecht­li­chen Men­schen be­darf so­mit auch in Bay­ern drin­gend der er­höh­ten öf­fent­li­chen und po­li­ti­schen Sicht­bar­keit. Aus die­sem Grund soll in ei­ner on­line Ver­an­stal­tung dis­ku­tiert wer­den, wel­che Hand­lungs­be­dar­fe be­stehen und wie zur Ver­bes­se­rung der Si­tua­ti­on von in­ter­ge­schlecht­li­chen Men­schen ins­ge­samt in Bay­ern bei­getra­gen wer­den kann.

Un­se­re Gäste:

  • Ur­su­la Ro­sen, Zwei­te Vor­sit­zen­de Bun­des­ver­band In­ter­se­xu­el­le Men­schen e.V.
  • Lu­ca Böhm, (er_sie), Sozialarbeiter_in, OII Ger­ma­ny, inter*stellar München
  • Ev Blai­ne Mat­t­hi­gack, (sie_er/sie), OII Ger­ma­ny, systemische_r Berater_in

Wann

  • 19. Fe­bru­ar 2021 18:00 Uhr — 20:00 Uhr

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