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Nacht­flug­ver­bot er­las­sen

Nacht­flug­ver­bot am Flug­ha­fen Nürn­berg statt Sub­ven­tio­nie­rung von Nacht­flü­gen

Pres­se­mit­tei­lung vom 2. Ju­li 2019

Rund ein Sechs­tel der Nacht­flü­ge am Nürn­ber­ger Flug­ha­fen wer­den vom Flug­ha­fen selbst aus ei­ge­nem Geld mit­be­zahlt. Das geht aus der Ant­wort des Baye­ri­schen Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums auf ei­ne An­fra­ge der Nürn­ber­ger Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Tes­sa Gan­se­rer her­vor.

Gan­se­rer for­dert: „Die Ei­gen­tü­mer Stadt Nürn­berg und Frei­staat Bay­ern sol­len end­lich ein Nacht­flug­ver­bot für den Nürn­ber­ger Flug­ha­fen er­las­sen an­statt die be­son­ders ge­sund­heits­schäd­li­chen Nacht­flü­ge mit öf­fent­li­chem Geld zu sub­ven­tio­nie­ren.“

Es muss da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass sol­che Flü­ge oh­ne den Kos­ten­über­nah­me­zu­schuss gar nicht statt­fän­den. Dar­über, wie hoch die ein­zel­ne För­de­rung ist, schweigt sich das Mi­nis­te­ri­um aus. Ins­ge­samt gab im Jahr 2018 der Flug­ha­fen Nürn­berg 4.748.000 Eu­ro für „För­der­maß­nah­men von Flug­ver­bin­dun­gen“ (Zi­tat) aus. Da­von sind 780.000 Eu­ro für Nacht­flug­be­we­gun­gen be­zahlt wor­den (16,43 % der sub­ven­tio­nier­ten Flü­ge wa­ren Nacht­flü­ge).

Die Rück­sichts­lo­sig­keit ge­gen­über den Flug­ha­fen­an­woh­ne­rin­nen und ‑an­woh­nern wird so rich­tig of­fen­bar an­ge­sichts der Stei­ge­rungs­ra­te die­ser Sub­ven­tio­nen von 2017 auf 2018 – sat­te 28,25 % mehr wur­den in 2018 Flug­ge­sell­schaf­ten für Nacht­flü­ge be­zahlt als in 2017.
Im markt­wirt­schaft­li­chen Mo­dell ist der Preis ein ent­schei­den­des Re­gu­la­tiv für die Ent­wick­lung von An­ge­bot und Nach­fra­ge. Die Über­nah­me von Kos­ten von An­bie­tern durch Drit­te, in die­sem Fall die Öf­fent­li­che Hand, ver­zerrt den Wett­be­werb und schafft An­ge­bo­te, die es in ei­ner Markt­wirt­schaft nicht ge­ben wür­de. In Hin­blick auf den be­son­ders kli­ma­schäd­li­chen Flug­ver­kehr und den dar­über hin­aus be­son­ders ge­sund­heits­schäd­li­chen Nacht­flug­ver­kehr ist über­haupt nicht ar­gu­men­tier­bar, war­um Kos­ten be­zu­schusst wer­den an­statt die An­bie­ter zu ver­pflich­ten, die Schä­den, die ih­re An­ge­bo­te ver­ur­sa­chen, ent­we­der selbst zu be­zah­len oder in ih­re Prei­se ein­zu­rech­nen. Ent­spre­chend wer­den sich Nach­fra­ge und An­ge­bot ent­wi­ckeln – ge­mäß dem markt­wirt­schaft­li­chen Mo­dell.

Aus ge­nau die­sem Grund for­dert Gan­se­rer seit Jah­ren die Auf­he­bung der Steu­er­be­frei­ung für Flug­ben­zin. Steu­ern ha­ben auch die Funk­ti­on zu steu­ern – im Flug­ver­kehr ist dies die Be­tei­li­gung an den Kos­ten für die Um­welt­schä­den, die der Flug­ver­kehr ver­ur­sacht und im Ne­ben­ef­fekt die Min­de­rung der Be­nach­tei­li­gung um­welt­freund­li­che­rer Ver­kehrs­mit­tel wie den Schie­nen­ver­kehr, der die Ver­brauchs­steu­ern für sei­ne An­triebs­mit­tel be­zahlt.
Eben­so ge­hört zum markt­wirt­schaft­li­chen An­reiz­sys­tem die un­ver­züg­li­che Er­he­bung ei­ner ver­brauchs­ab­hän­gi­gen CO2-Steu­er, um die un­um­strit­ten not­wen­di­ge De­kar­bo­ni­sie­rung der Mo­bi­li­täts­wirt­schaft vor­an zu brin­gen.

Die größ­te Ent­las­tung für An­woh­ne­rin­nen und An­woh­ner bleibt je­doch das Nacht­flug­ver­bot für Nürn­berg,“ re­sü­miert Tes­sa Gan­se­rer, „ge­nau­so wie das Nacht­flug­ver­bot am Flug­ha­fen Mün­chen gilt.“

Ant­wort auf schrift­li­che An­fra­ge Nacht­flue­ge am Flug­ha­fen Nuernberg-2017–2018

Mehr zum The­ma: Ge­kauf­tes Wachs­tum am Flug­ha­fen Nürn­berg

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