Ge­schlecht­li­che Viel­falt an­er­ken­nen!

Tes­sa Gan­se­rer kri­ti­siert Ge­setz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung zur „Drit­ten Op­ti­on“ im Per­so­nen­stands­ge­setz

An­läss­lich der Bun­des­tags-An­hö­rung am 26. No­vem­ber 2018 zum Ge­setz­ent­wurf von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter See­ho­fer zur „Drit­ten Op­ti­on“ er­klärt die queer­po­li­ti­sche Sprecher*in der Land­tags-Grü­nen Tes­sa Gan­se­rer:

Mit die­sem Ge­setz­ent­wurf von CSU-Mi­nis­ter See­ho­fer wer­den Men­schen, die sich we­der dem männ­li­chen noch dem weib­li­chen Ge­schlecht zu­ord­nen kön­nen, wei­ter­hin dis­kri­mi­niert. Über die ei­ge­ne Ge­schlechts­iden­ti­tät kann nur je­der Mensch für sich selbst ver­läss­lich Aus­kunft ge­ben. Es ist an der Zeit, das brei­te Spek­trum der trans*-, in­ter­ge­schlecht­li­chen und non-bi­nä­ren Le­bens­wei­sen ge­sell­schaft­lich und po­li­tisch an­zu­er­ken­nen und al­len Men­schen ein wür­de­vol­les und selbst­be­stimm­tes Le­ben zu er­mög­li­chen.“

Hin­ter­grund: Mit dem Ur­teil vom 10. Ok­to­ber 2017 hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt fest­ge­stellt, dass das der­zeit gül­ti­ge Per­so­nen­stands­ge­setz die Grund­rech­te ver­letzt, da es Men­schen „da­zu zwingt, das Ge­schlecht zu re­gis­trie­ren, aber kei­nen an­de­ren po­si­ti­ven Ge­schlechts­ein­trag als weib­lich oder männ­lich zu­lässt“ (BVerfGE 1 BvR 2019/16). Der ak­tu­el­le Ge­setz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung wür­de den drit­ten po­si­ti­ven Ge­schlechts­ein­trag nur den­je­ni­gen Per­so­nen er­mög­li­chen, die mit ei­ner ärzt­li­chen Be­schei­ni­gung nach­wei­sen kön­nen, dass bei ih­nen ei­ne „Va­ri­an­te der Ge­schlechts­ent­wick­lung“ vor­liegt. Da­mit wür­de nicht al­len in­ter­ge­schlecht­li­chen Men­schen der Zu­gang zur „Drit­ten Op­ti­on“ er­öff­net. Tes­sa Gan­se­rer for­dert ein Ge­setz zur An­er­ken­nung der selbst­be­stimm­ten Ge­schlechts­iden­ti­tät, das al­len tran­s­i­den­ten und in­ter­ge­schlecht­li­chen Men­schen Rech­nung trägt.

Das Fo­to zeigt MdL Tes­sa Gan­se­rer (links im Bild) am 26. No­vem­ber 2018 in Ber­lin vor der Über­ga­be von 42.143 Un­ter­schrif­ten zum Schutz der Rech­te von trans- und in­ter­ge­schlecht­li­chen Men­schen an Mit­glie­der des In­nen­aus­schus­ses.

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