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Für ein bun­tes Bay­ern

Ex­per­tin­nen­an­hö­rung zu queer­po­li­ti­schen Fra­gen am Do., 14. No­vem­ber 2019 im Baye­ri­schen Land­tag

Pres­se­mit­tei­lung vom 12. No­vem­ber 2019

Wie wir­ken sich ju­ris­ti­sche Gleich­stel­lun­gen der letz­ten Zeit aus? In­wie­fern be­müht sich die Söder-Re­gie­rung um ge­sell­schaft­li­che Gleich­stel­lung?

Mün­chen (12.11.19/lmo). Die Land­tags­frak­tio­nen von Grü­nen, SPD und FDP hat­ten am 27. Ju­ni 2019 ei­ne An­hö­rung im So­zi­al­aus­schuss zu queer­po­li­ti­schen Fra­gen be­an­tragt, die am Don­ners­tag, 14. No­vem­ber 2019 statt­fin­det. Hin­ter­grund: Seit 2017 kön­nen gleich­ge­schlecht­li­che Paa­re in Deutsch­land hei­ra­ten, seit ei­nem hal­ben Jahr gibt es die so­ge­nann­te „drit­te Op­ti­on“ im Per­so­nen­stands­ge­setz, die in­ter­se­xu­el­le Men­schen nicht mehr da­zu zwingt, sich für das männ­li­che oder weib­li­che Ge­schlecht ent­schei­den zu müs­sen. Bei ei­ner Ex­per­ten­an­hö­rung wer­den die von den Frak­tio­nen be­nann­ten Fach­leu­te um ih­re Ein­schät­zung be­züg­lich Fra­gen zu ei­nem be­stimm­ten The­ma ge­be­ten. Grü­ne, SPD und FDP im Baye­ri­schen Land­tag wol­len in Er­fah­rung brin­gen, wie sich die in wei­ten Be­rei­chen ju­ris­ti­sche Gleich­stel­lung von LGBTIQ*-Personen in Bay­ern aus­wirkt und was die Söder-Re­gie­rung im Ein­zel­nen tut, um nach den ju­ris­ti­schen Gleich­stel­lun­gen auch ge­sell­schaft­li­che Ak­zep­tanz zu er­rei­chen. Wie wer­den im Bil­dungs­be­reich, in der Ar­beits­welt und im Be­reich der Si­cher­heit Gleich­stel­lung und Ak­zep­tanz ge­för­dert? Al­le Bun­des­län­der ha­ben da­zu in der Ver­gan­gen­heit Ak­ti­ons­plä­ne ge­schaf­fen oder in Ar­beit – bis auf ei­nes: Bay­ern.

Tes­sa Gan­se­rer, queer­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Land­tags-Grü­nen, stellt klar: „Zwar wur­de recht­lich für die Gleich­stel­lung von Schwu­len und Les­ben in den letz­ten Jah­ren viel er­reicht, doch auch heu­te noch er­lei­den quee­re Men­schen in Bay­ern häu­fig Dis­kri­mi­nie­rung – be­son­ders be­trof­fen sind trans* und in­ter* Per­so­nen. Wir müs­sen ak­tiv für Ak­zep­tanz wer­ben und hier ist die Po­li­tik in der Pflicht. Wie kön­nen wir Dis­kri­mi­nie­rung ab­bau­en? Wie kön­nen wir ho­mo­pho­be und trans­pho­be Hass­kri­mi­na­li­tät ef­fek­tiv be­kämp­fen? Da­zu er­war­te ich kla­re Aus­sa­gen von Ex­per­ten­sei­te.“

Do­ris Rau­scher, queer­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD, er­läu­tert: „Mit der Expert*innen-Anhörung wol­len wir Er­kennt­nis­se zur ak­tu­el­len Le­bens­si­tua­ti­on von quee­ren Per­so­nen in Bay­ern ge­win­nen. In den letz­ten Jahr­zehn­ten hat sich für Les­ben, Schwu­le, Bi‑, Trans- und In­ter­se­xu­el­le Men­schen Man­ches ver­bes­sert. Trotz­dem er­le­ben vie­le Be­trof­fe­ne im­mer noch all­täg­li­che Dis­kri­mi­nie­rung und Aus­gren­zung — sei es in der Schu­le oder im Sport, sei es am Ar­beits­platz oder als Patient*in im Ge­sund­heits­we­sen. Da­zu wol­len wir un­se­re hoch­ka­rä­ti­gen Expert*innen hö­ren und Schluss­fol­ge­run­gen für par­la­men­ta­ri­sche Ak­ti­vi­tä­ten zie­hen.“

Se­bas­ti­an Kör­ber, LSBTI-Spre­cher der FDP-Frak­ti­on, hält fest: „So­lan­ge ‚schwul‘ noch ein Schimpf­wort ist, ist es auch um die ge­sell­schaft­li­che Ak­zep­tanz von Trans­gen­dern so­wie Ho­mo- Bi‑, Trans- und In­ter­se­xu­el­len in Bay­ern noch nicht all­zu gut be­stellt. Un­ser Ziel muss es sein, ei­nen dies­be­züg­li­chen Ak­ti­ons­plan ins Le­ben zu ru­fen. Ei­ne Ex­per­ten­an­hö­rung, die ein ‚quee­res‘ The­ma auf die po­li­ti­sche Agen­da setzt, ist ein rich­ti­ger und wich­ti­ger nächs­ter Schritt.“

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