Jeder Mensch hat das Recht auf eine selbstbestimmte Geschlechtsidentität.

Dring­lich­keits­an­trag

Un­recht an­er­ken­nen – wei­te­re Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen an in­ter­ge­schlecht­li­chen und trans­ge­schlecht­li­chen Men­schen be­en­den

In­zwi­schen hat auch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Jus­tiz und für Ver­brau­cher­schutz (BMJV) und das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des In­ne­ren, für Bau und Hei­mat (BMI) in ih­rem Re­fe­ren­ten­ent­wurf zur Trans­se­xu­el­len-Ge­setz (TSG)-Reform fest­ge­stellt, dass die gel­ten­den Be­stim­mun­gen für Men­schen, die nicht ih­rer ge­burts­ge­schlecht­li­chen Zu­wei­sung an­ge­hö­ren, ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung für be­tref­fen­de Per­so­nen sind.

2011 wur­de in ei­nem Grund­satz­ur­teil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes die bis da­hin gel­ten­de Re­ge­lung ei­ner für ei­ne Per­so­nen­stands­än­de­rung ver­pflich­ten­den Ope­ra­ti­on zur ge­ni­ta­len Ge­schlechts­an­glei­chung und zur Her­stel­lung der Un­frucht­bar­keit au­ßer Kraft ge­setzt. Die­se bis da­hin gel­ten­de Pra­xis wur­de für „men­schen­rechts­wid­rig“ er­klärt, weil die­se me­di­zi­ni­schen Ein­grif­fe ei­ne nicht not­wen­di­ge „schwe­re Be­ein­träch­ti­gung der kör­per­li­chen Un­ver­sehrt­heit“ dar­stel­len (1 BVR 3295/07: Rn 52). Die Un­recht­mä­ßig­keit ei­ni­ger Re­ge­lun­gen im TSG ist al­so höchst­rich­ter­lich fest­ge­stellt.

In ei­nem Dring­lich­keits­an­trag for­dert auf In­itia­ti­ve von Tes­sa Gan­se­rer, MdL, die grü­ne Land­tags­frak­ti­on:

Der Land­tag wol­le be­schlie­ßen:

Der Land­tag stellt fest:

  • Ge­schlechts­zu­wei­sen­de Ope­ra­tio­nen an Neu­ge­bo­ren sind Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen und da­mit Un­recht.
  • Das Trans­se­xu­el­len­ge­setz (TSG) von Ja­nu­ar 1981 war und ist bis zum heu­ti­gen Tag Un­recht. Die­ses Ge­setz ist Grund­la­ge für Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen und Dis­kri­mi­nie­run­gen.
  • Die Staats­re­gie­rung wird auf­ge­for­dert, sich ge­gen­über der Bun­des­re­gie­rung da­für ein­zu­set­zen, dass das Un­recht, das in­ter­ge­schlecht­li­chen und trans­ge­schlecht­li­chen Men­schen auf­grund der bis­he­ri­gen Ge­setz­ge­bung wi­der­fah­ren ist, als sol­ches an­er­kannt wird und die Be­trof­fe­nen an­ge­mes­sen ent­schä­digt wer­den.

Dar­über hin­aus wird die Staats­re­gie­rung auf­ge­for­dert, auf Bun­des­ebe­ne dar­auf hin­zu­wir­ken, dass ent­spre­chen­de Ge­set­zes­in­itia­ti­ven ge­star­tet wer­den:

  • für ein Ver­bot von ge­schlechts­zu­wei­sen­den Ope­ra­tio­nen an Neu­ge­bo­re­nen und nicht-ein­wil­li­gungs­fä­hi­gen Klein­kin­dern,
  • für die Ab­schaf­fung des Trans­se­xu­el­len­ge­set­zes,
  • für die Selbst­be­stim­mung von Na­men und Ge­schlechts­ein­trag durch ein Selbst­be­stim­mungs­ge­setz.

Am kom­men­den Don­ners­tag, 6. Ju­ni 2019 wird sich der Aus­schuss für Ver­fas­sung, Recht, Par­la­ments­fra­gen und In­te­gra­ti­on in sei­ner 13. Sit­zung mit dem Dring­lich­keits­an­trag erst­mals be­fas­sen.

Hier ist der Dring­lich­keits­an­trag her­un­ter­lad­bar.

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