Dis­kri­mi­nie­rung von trans*Personen bei der Baye­ri­schen Po­li­zei beenden

Die Po­li­zei­dienst­ver­ord­nung 300 ist ei­ne po­li­zei-in­ter­ne Ver­ord­nung, die die Be­ur­tei­lung der Dienst­taug­lich­keit und Dienst­fä­hig­keit von Bewerber*innen bei der Po­li­zei und von im Po­li­zei­dienst be­find­li­chen Per­so­nen regelt.
Bis En­de 2020 galt ei­ne al­te Ver­si­on die­ser Ver­ord­nung. Die­se war öf­fent­lich nicht zu­gäng­lich, den­noch wur­den vie­le dar­in be­find­li­che Dis­kri­mi­nie­run­gen be­kannt, zum Bei­spiel über Ge­richts­ver­fah­ren und ‑Ur­tei­le. Die­se be­tref­fen ins­be­son­de­re trans* und in­ter* Bewerber*innen und Bedienstete.
So war zum Bei­spiel ei­ne Taug­lich­keits-Be­din­gung, dass Män­ner* min­des­tens ei­nen in­tak­ten Ho­den ha­ben müs­sen. Bauch- und Leis­ten­ho­den wa­ren da­mit Grund ge­nug, um Men­schen die Taug­lich­keit für den Po­li­zei­dienst ab­zu­spre­chen. Auch trans* Män­ner wä­ren da­mit fak­tisch vom Po­li­zei­dienst ausgeschlossen.

Die PDV 300 wur­de in den letz­ten fünf Jah­ren über­ar­bei­tet, vie­le dis­kri­mi­nie­ren­de Pas­sa­gen wur­den da­bei ge­stri­chen. Die Ar­beits­grup­pe „In­ne­re Si­cher­heit“, die hier fe­der­füh­rend auf Bun­des­ebe­ne zu­stän­dig war, emp­fiehlt da­her die um­ge­hen­de Um­set­zung der über­ar­bei­te­ten PDV 300 ab dem 1.1.2021.

In der Ant­wort (AzP Gan­se­rer PDV300) auf ei­ne klei­ne An­fra­ge von mir zum Stand der Über­ar­bei­tung und zu de­ren Zu­gäng­lich­keit, hat die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung er­wähnt, dass die Um­set­zung in Bay­ern noch nicht voll­zo­gen wird.

Nach Jahr­zehn­ten der Dis­kri­mi­nie­rung muss da­mit jetzt aber end­lich Schluss sein! Die Um­set­zung die­ser No­vel­lie­rung, an der Bay­ern selbst jah­re­lang mit­ge­ar­bei­tet hat, darf auf Lan­des­ebe­ne nicht aus­ge­setzt bleiben.

In ei­nem An­trag (BUENDNIS90-DIEGRUENEN_AntragID_80916_29-01–2021_-transZugangzuPolizei_Nr_12) for­de­re ich die Staats­re­gie­rung jetzt auf, die neue PDV 300 auch in Bay­ern un­ver­züg­lich in Kraft tre­ten zu las­sen und nicht wei­ter aus­zu­brem­sen. Zu­dem soll die Po­li­zei ak­tiv LGBTIQ*-Personen für den Po­li­zei­dienst wer­ben, denn Po­li­zei kann nur funk­tio­nie­ren, wenn sie ei­nen Quer­schnitt der Be­völ­ke­rung ab­bil­det und mit gu­tem Bei­spiel vor­an geht. Auch in Bay­ern wird es Zeit dafür!

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