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An­hö­rung: Be­sol­dung top, Mit­spra­che­rech­te Flop

An­hö­rung von Sach­ver­stän­di­gen zum Baye­ri­schen Personalvertretungsgesetz

Der Öf­fent­li­che Dienst in Bay­ern: Be­sol­dung top, Mit­spra­che­rech­te Flop“, er­klärt Tes­sa Gan­se­rer, Spre­che­rin für Fra­gen des Öf­fent­li­chen Diens­tes der Land­tags-Grü­nen. Auf In­itia­ti­ve der Land­tags-Grü­nen (An­trag) fand am 15. Ju­ni 2021 im Aus­schuss für Fra­gen des öf­fent­li­chen Diens­tes ei­ne An­hö­rung von Sach­ver­stän­di­gen zum Baye­ri­schen Per­so­nal­ver­tre­tungs­ge­setz statt. Tes­sa Gan­se­rer: „Un­ser Öf­fent­li­cher Dienst soll ein mo­der­ner und at­trak­ti­ver Ar­beit­ge­ber wer­den. Des­halb müs­sen wir die Mit­spra­che­rech­te stärken.“ 

Das Baye­ri­sche Per­so­nal­ver­tre­tungs­ge­setz ist seit In­kraft­tre­ten 1959 mitt­ler­wei­le in die Jah­re ge­kom­men. „Es gab zwar in den letz­ten Jah­ren im­mer wie­der klei­ne Ver­än­de­run­gen, aber ei­ne deut­li­che No­vel­lie­rung ist drin­gend not­wen­dig“, for­dert Tes­sa Gan­se­rer. „Mit­be­stim­mungs­tat­be­stän­de, Schu­lungs­mög­lich­kei­ten von Per­so­nal­rats­mit­glie­dern, Frei­stel­lun­gen für die Per­so­nal­rats­ar­beit: Hier hinkt Bay­ern an­de­ren Bun­des­län­dern hin­ter­her.“ Die Be­deu­tung der Mit­be­stim­mung für Be­triebs­kli­ma, Mo­ti­va­ti­on und Pro­duk­ti­vi­tät kön­ne gar nicht hoch ge­nug ein­ge­schätzt wer­den. „Wenn die An­lie­gen der Be­schäf­tig­ten vom Per­so­nal­rat wahr­ge­nom­men und ver­tre­ten wer­den, er­höht das die Ak­zep­tanz der Ent­schei­dun­gen und die Zu­frie­den­heit der Be­schäf­tig­ten.“ In die­sen Punk­ten se­hen auch die Ge­werk­schaf­ten und die Be­am­ten­ver­bän­de die Not­wen­dig­keit für Ver­bes­se­run­gen. Tes­sa Gan­se­rer: „Wir wol­len mit die­ser An­hö­rung den Re­form­be­darf deut­lich ma­chen und den Druck auf die Söder-Re­gie­rung erhöhen.

Ein wich­ti­ger Aspekt ist zu­dem die Te­le­ar­beit, die auch im Öf­fent­li­chen Dienst in vie­len Be­rei­chen ei­ne im­mer grö­ße­re Rol­le spielt – nicht zu­letzt durch das Pan­de­mie­ge­sche­hen. „Des­halb muss Di­gi­ta­li­sie­rung auch im Baye­ri­schen Per­so­nal­ver­tre­tungs­ge­setz ei­ne stär­ke­re Be­rück­sich­ti­gung fin­den“, so Tes­sa Gan­se­rer. Wel­che Mit­be­stim­mungs­rech­te hat die Per­so­nal­ver­tre­tung bei der Schaf­fung von Te­le­ar­beits­plät­zen, bei Ein­füh­rung von mo­bi­lem Ar­bei­ten und – mas­siv ver­stärkt seit 2020 – Ho­me­of­fice? Wie kann die Per­so­nal­ver­tre­tung in die­sen Fäl­len ih­rer Ver­pflich­tung zur Be­tei­li­gung bei Ar­beits­schutz und Un­fall­ver­hü­tung nachkommen? 

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