Jeder Mensch hat das Recht auf eine selbstbestimmte Geschlechtsidentität.

An­lauf­stel­len schaf­fen

Po­li­zei­li­che An­lauf­stel­len für LSBTIQ*-Gewaltopfer schaf­fen!

Tran­s­i­den­te MdL Tes­sa Gan­se­rer und Chris­to­pher Knoll (Sub e.V.) for­dern mehr An­stren­gun­gen im Kampf ge­gen ho­mo- und trans­feind­li­che Kri­mi­na­li­tät

Pres­se­mit­tei­lung vom 17. Mai 2019

Mün­chen (17. Mai 2019/hla). Die Land­tags-Grü­nen for­dern fes­te An­sprech­per­so­nen bei den Po­li­zei­prä­si­di­en der baye­ri­schen Re­gie­rungs­be­zir­ke für Op­fer von homo‑, bi- und trans*phoben Straf­ta­ten. „Die Zah­len zi­vil­ge­sell­schaft­li­cher Be­ra­tungs­stel­len zei­gen, dass ho­mo- und trans­pho­be Straf­ta­ten in Bay­ern ein er­heb­li­ches Pro­blem sind“, so Tes­sa Gan­se­rer, ein­zi­ge tran­s­i­den­te Ab­ge­ord­ne­te Deutsch­lands und Frak­ti­ons­spre­che­rin für Queer­po­li­tik.“ Der Gang zur Po­li­zei fällt vie­len Op­fern aber schwer. Sie fürch­ten wei­te­re Dis­kri­mi­nie­rung oder Er­nied­ri­gung auf der Dienst­stel­le.“

Chris­to­pher Knoll, Lei­ter des An­ti-Ge­walt-Pro­jekts von Sub e.V., kennt aus sei­ner Be­ra­tungs­pra­xis zahl­rei­che Fäl­le, in de­nen Be­trof­fe­ne nach Ge­walt­er­fah­run­gen zwar Hil­fe such­ten, ei­ne An­zei­ge bei der Po­li­zei aber scheu­ten. „Die­ser Zu­stand ist un­halt­bar“, fin­det Chris­to­pher Knoll, „wir brau­chen für die­se Ge­walt­op­fer ei­nen nie­der­schwel­li­gen und ge­schütz­te­ren Zu­gang zur Po­li­zei.“ Im ver­gan­ge­nen Jahr gab es 48 Be­ra­tun­gen des An­ti-Ge­walt-Pro­jekts, 2016 wa­ren es 59 bei nur 21 po­li­zei­lich ge­mel­de­ten Straf­ta­ten. 30 Pro­zent der Be­ra­tun­gen in 2016 be­tra­fen kör­per­li­che Ge­walt, wäh­rend die Po­li­zei le­dig­lich ei­nen der­ar­ti­gen Fall ver­zeich­ne­te.

Tes­sa Gan­se­rer will die­ses Phä­no­men mit zwei kon­kre­ten An­trä­gen im baye­ri­schen Land­tag be­kämp­fen. Die fes­te An­sprech­per­son bei den Po­li­zei­prä­si­di­en soll künf­tig ex­klu­siv für den be­trof­fe­nen Per­so­nen­kreis tä­tig sein und sich durch Kon­takt mit der LSBTIQ*-Szene dau­er­haft als Ver­trau­ens­per­son eta­blie­ren. Zu­dem wird die Söder-Re­gie­rung auf­ge­for­dert, mit lan­des­wei­ten Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen die Op­fer von homo‑, bi- und trans*phober Ge­walt zu Straf­an­zei­gen zu er­mu­ti­gen. „Je­der Mensch hat das Recht auf ein selbst­be­stimm­tes Le­ben frei von Dis­kri­mi­nie­run­gen und Be­dro­hun­gen“, be­tont Tes­sa Gan­se­rer. „Mit un­se­ren Vor­stö­ßen kön­nen wir das Le­ben von quee­ren Per­so­nen in Bay­ern ein er­heb­li­ches Stück si­che­rer und leich­ter ma­chen.“

An­trag der grü­nen Frak­ti­on vom 8. April 2019 “An­sprech­per­so­nen für LSBTIQ* bei der Po­li­zei”

An­trag der grü­nen Frak­ti­on vom 9. Mai 2019 “Ho­mo- und trans­feind­li­che Kri­mi­na­li­tät in Bay­ern be­kämp­fen”

An­fra­ge zum Ple­num von Tes­sa Gan­se­rer mit Ant­wort “Ho­mo- bzw. trans­phob mo­ti­vier­te Straf- und Ge­walt­ta­ten in 2018”

Verwandte Artikel